Auftrageber kauft ein leer stehendes Wohnhaus und lässt die Umbau- und Sanierungsmöglichkeiten durch einen Architekten prüfen. Dieser erstellt nacheinander nach Wünschen der Bauherren drei Entwürfe. In einem Gespräch mit seinem Auftraggeber bei der zuständigen Behörde stellt er diese vor; die Baubehörde signalisiert Genehmigungsfähigkeit . Wegen der hohen Kosten nimmt Auftraggeber von der Realisierung Abstand. Er will den Architekten nicht bezahlen, dessen Tätigkeit sei nur Akquisition eines evtl Architektenauftrages gewesen.

Hier sagt das OLG Düsseldorf ein ganz klares: NEIN!! –

Aus dem Verhalten des Auftraggebers ergibt sich unzweifelhaft der rechtsgeschäftliche Wille des Bauherrn, die vom Architekten erbrachten Leistungen als beauftragte, vertraglich geschuldete Leistungen (und nicht nur als Bemühungen um einen Auftrag im Rahmen der Akquisition entgegenzunehmen.

Auch wenn der Auftraggeber sich im Unklaren ist, ob er das Projekt durchführen soll, und die gewünschte
Architektenleistung lediglich als Entscheidungsgrundlage dienen soll, ob sich das Bauvorhaben auf eine baurechtlich zulässige und wirtschaftlich rentable Weise durchführen lässt, rechtfertigt das nicht die Annahme, daß der Architekt seine Leistngen habe unentgeltlich erbringen wollen.

OLG Düsseldorf, Urteil vom 22.01.2008 – 23 U 88/07

Trotzdem Vorsicht! Grundsätzlich indiziert die bloße Tätigkeit eines Architekten nicht einen Auftrag des Bauherrn, zumal die Beweislast hierfür ganz klar bei Ihnen ist. Bestehen Sie auf schriftlicher Bestätigung der gewunschten Tätigkeit, und wenn dazu keine Bereitschaft besteht, gehen Sie lieber gleich.

Es gibt zwar eine gesetzliche Vermutung, daß die Vereinbarung einer Vergütung als zumindest stillschweigend vereinbart gilt, wenn die Herstellung eines Werkes, also auch eines Architektenwerkes, den Umständen nach nur gegen Vergütung zu erwarten ist (§ 632 BGB), sie bezieht sich aber nur auf die Vergütungspflicht; eine gesetzliche Vermutung für das Zustandekommen eines Architektenvertrages gibt es nicht.

Die Rechtsprechung zu dieser kritischen Phase der Vertragsbeziehung ist umfangreich. Wenn Sie in einer ähnlichen Situation sind, rufen Sie an.