Beauftragung mit der Genehmigungsplanung bedeutet in der Regel nicht, dass die Leistungen der Leistungsphasen eins bis vier des § 15 Abs. 1 HOAI vereinbart worden sind. Der Umfang des Architektenauftrages bemißt sich nicht nach der HOAI; diese enthält keine normativen Leitbilder für den Inhalt von Architektenverträgen. Die Leistungsphasen 1 bis 3 sind nicht allein deshalb mitbeauftragt, weil sie vorangehende, planerisch vorrangige Planungssstufen bescheiben; das gilt auch, wenn sie tatsächlich erbracht sind.

(BGH, Urteil vom 06.12.2007 – VII ZR 157/06) Entscheidend ist, ob die Leistungsphasen tatsächich mitvereinbart sind, was Sie als Architekt beweisen müssen. Dafür gibt es keinen Beweis des ersten Anscheins und keine gesetzliche Vermutung. Sie werden es auch schwer haben, einen nichtvertraglichen Anspruch aus sog. Geschäftsführung ohne Auftrag aber im vermuteten Interesse des Bauherrn durchzusetzen; dieser kann Ihnen entgegenhalten, Sie hätten die Vorstufen der LP 1 – 3 als wendige Vorbereitung und Vorleistung für die LP 4 § 15 HOAI angesehen und deswegen einen Vergütungsanspruch bei Auftragserteilung nicht angekündigt. Gegen solche Situationen hilft nur eins: ein richtiger, frühzeitiger, schriftlicher Vertrag.