Nach seiner früheren Rechtsprechung galt für Gewährleistungsansprüche wegen Schäden, die schon vor Abnahme gegeben waren, oder wenn eine Abnahme noch nicht erfolgt war, nicht die kurze werkvertragliche, sondern die Regelverjährungsfrist, vor dem 01.01.2002 : 30 Jahre, danach 3 Jahre (§ 195 BGB). Diese Rechtsprechung (BGH Urteil vom 30.09.1999 – VII ZR 162/97) hat der Bundesgerichtshof geändert. Nunmehr gilt generell, unabhängig davon, ob die Mängel bereits vor Abnahme vorgelegen haben oder ob eine Abnahme noch nicht stattgefunden hat, die kurze werkvertragliche Verjährungsfrist nach § 634 a (1) Nr. 2 BGB. Die Verjährungsfrist läuft erst ab der Abnahme oder der endgültigen Verweigerung der Abnahme BGH, Urteil vom 08.07.2010). VII ZR 171/08). Dies gilt für den BGB-Vertrag wie für den VOB/Vertrag. Für den Auftragnehmer folgt daraust, unter allen Umständen auf die Herbeiführung der Abnahme beweiskräftig hinzuwirken (Abnahmeprotokoll!)

Rechtsanwalt JR Dr. H. Ruland – Fachanwalt f. Bau- u. Architektenrecht – 0681/926060