Die Mindestsätze gelten als vereinbart, wenn nicht b e i Auftragserteilung etwas anderes schriftlich vereinbart worden ist (§ 4 (4) HOAI). Im Interesse der Streitvermeidung und des Schutzes des Auftraggebers wird diese Bestimmung sehr eng ausgelegt. Damit ist sie kaum praktikabel. In dem zuruückgezogenen Entwurf einer Novellierung der HOAI war vorgesehen, sie zu streichen.

Wie Sie die Honorarvereinbarung über den Vertragsabschluß hinaus retten, gehört zu den schwierigsten Kapiteln des Architektenvertrages. Hier nur soviel: daß Sie bereits mit irgendwelchen tätigkeiten begonnen haben, beweist noch nicht einen Vettragsabschluß; den müßte der Auftraggeber beweisen. Vor einer Honorarvereinbarung müssen ja auch zunächst einmal Art, Umfang und die Rahmenbedingungen des Auftrages geklärt werden. Einem Auftrag geht in der Regel eine Akquisitionsphase voraus, die sich bis in die Leistungsphase 2 § 15 HOAI erstrecken kann. Vermerken sie in dem schriftlichen Vertrag, daß dieser nach Maßgabe und auf der Grundlage der gleichzeitig zu treffenden Honorarvereinbarung geschlossen werde. In einem solchen Fall wird der Vertragsschluß im Zweifel erst wirksam mit Abschluß der Honorarvereinbarung, so daß diese nachgeholt werden kann.

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