die neue HOAI ist eine reine Inländer-HOAI. Sie gilt nur noch für Auftragnehmer die im Inland ansässig sind und soweit die Leistungen vom Inland aus erbracht werden. Wer also im grenznahen Lothrigen ansässig ist, kann einen Auftrag in Saarbrücken annehmen und unterliegt nicht der Geltung der HOAI. Inhalt und Aufbau sind gestrafft. Statt bisher 14 gibt es nur noch 5 Teile, nämlich. Teil 1 Allgemeine Vorschriften Teil 2 Flächenpanung Teil 3 Objektplanung Teil 4 Fachplanung Teil 5 Überleitungs- und Schlussvorschriften. die sonstigen Regelungsgegenstände sind in Anhängen (1 – 14) der eigentlichen Verordnung angehängt. Der Mindestpreischarakter der HOAI gilt nur noch für Planungsleistungen. Die Honorare für die sog. Beratungsleistungen sind in die Anlage 1 – nach § 56 HOAI – verschoben und nicht verbindlich geregelt (§ 3 (1) HOAI). Dazu gehören Leistungen für eine Umweltverträglichkeitsstudie, Thermische Bauphysik, Leistungen für Schallschutz und Raumakustik, für Bodenmechanik, Erd- und Grundbau, für Vermessungstechnische Leistungen. Die je nach Leistungsphase unterschiedlichen Kostenermittlungen (§ 10 (2) HOAI a. F.) sind weitgehend in Wegfall gekommen. Die Honorarermittlung erfolgt nunmehr für alles Leistungsphasen einheitlich nach den anrechenbaren Kosten des Objekts auf der Grundlage der Kostenberechnung, soweit diese nicht vorliegt, auf der Grundlage der Kostenschätzung. Die sonstigen Parameter: Leistungsbilder, Honorartafeln und Honorarzonen bleiben unverändert (sog. Baukostenberechnungsmodell) Sind Kostenberechnung oder Kostenschätzung noch nicht möglich, weil es noch keine Planungen gibt, können die Vertragsparteien die anrechenbaren Kosten als Grundlage der Honorarberechnung in einer Baukostenvereinbarung schriftlich festlegen. Die frühere Reglung des Zeithonorars (§ 6 HOAI a. F.) ist ersatzlos gestrichen worden. Abrechnung nach Zeitaufwand und Stundensätze konnen frei vereinbart werden. Die Vereinbarung muss schriftlich bei Auftragserteilung erfolgen und im Rahmen der Mindest- und Höchstsätze bleiben. Zukünftig kann nicht nur wie bisher ein Bonus-Honorar (§ 5 (4 a) HOAI a. F.), sondern in Fällen der Überschreitung der einvernehmlich festgesetzten Kosten ausch ein Malus-Honorar (bis zu 5 %) vereinbart werden. Bezüglich der Fälligkeit des Honorars, die sich nach BGB richtet, hat sich nichts geändert. Die Leistung muss vertragsgemäß erbracht sein, und es muss eine prüfbare Schlussrechnung vorliegen. Abnahme des Architektenwerks ist aber weiterhin in Abweichung von § 641 BGB nicht Voraussetzung der Fälligkeit. Die Regelung der Berücksichtigung mitverarbeiteter Bausubstanz bei den anrechenbaren Kosten ist entfallen. Der bisherige § 10 (3a) HOAI ist gestrichen. Gestrichen ist auch die umfassende Regelung des Zuschlags für Umbau und Modernisierung (§ 24 HOAI a. F.) Die Regelung erfolgt nunmehr einheitlich in § 35 HOAI. Es kann ein Zuschlag bis zu 8o % vereinbart werden. Unterbleibt eine schriftliche Vereinbarung, fällt für Leistungen ab der Honorarzone II ein Zuschlag von 20 % an. Planungsänderungen, die sich durch eine Änderung des Leistungszieles, des Leistungsumfanges oder eine sonstige Anordnung des Auftraggebers ergeben, sind zukünftig von den Leistungsbildern nicht erfasst; die Honorare sind frei zu vereinbaren und gesondert zu vergüten ( § 3 (2) Satz 2 HOAI). Beachtlich ist auch die Änderung der Honorarregelung bei mehreren Vor- und Entwurfsplanungen (§ 20 (1) HOAI a. F.). Bisher gab es für die umfassendste Planung das volle Honorar und für jeden weiteren Entwurf 50 %. Diese starre Regelung ist aufgegeben. Zukünftig sind für die vollständige Planung die vollen Prozentsätze der Leistungsphasen zu vereinbaren; bei jeder weiteren die anteiligen Prozentsätze der angefallenen Leistungen (§ 10 HOAI). Der Anspruch auf Vereinbarung eines zusätzlichen Honorars bei unvorhergesehenen Bauzeitverlängerungen (§ 4 a Satz 3 HOAI a. F.) ist ersatzlos gestrichen. Zukünftig muss der Preisanpassungsanspruch entsprechend der Rechtsprechung des Bundesgerichtshofes mit einem Wegfall der Geschäftsgrundlage begründet werden. Die bei der alten Fassung der HOAI oftmals kaum nachvollziehbare Differenzierung bei den Wirksamkeitsvoraussetzungen von Vereinbarungen – schriftliche Vereinbarung/schriftliche Vereinbarung bei Vertrragsabschluss – gibt es in dieser Form nicht mehr. Es bleibt abzuwarten, wie die diesbezügliche Rechtsprechung des Bundesgerichtshofes und der Obergerichte hierauf reagieren wird.