Wenn Sie einen Pauschalpreis vereinbart haben, sind Sie daran grundsätzlich gebunden. Sie kommen aber davon los, wenn Sie nachweisen können, daß Sie mit Ihrem Pauschalhonorar unter den Mindestsätzen liegen. In diesem Fall ist die Vereinbarung gem. § 4 Abs. 2 und 4 HOAI unwirksam so dass Sie grundsätzlich nicht daran gebunden sind und zu den Mindestsatzen abrechnen können. Auch das hilft aber nicht, wenn die anrechenbaren Kosten über dem Höchstsatz der Honorare für Grundleistungen nach § 15 HOAI liegen. In diesem Fall kann nämlich das Honorar ohne die Beschränkung des § 4 Abs. 2 und 4 HOAI frei vereinbart werden (§ 16 (3) HOAI). Sie sind also an ein Pauschalhonorar auch dann gebunden, wenn es weit unter den Mindestsätzen liegt. Hier kann Sie nur noch retten, daß es ein Auftrag wäre, der mehrere Gebäude umfasst, so daß die Honorare für jedes Gebäude getrennt zu berechnen wären (§ 22 (1) HOAI) und die jeweiligen anrechenbaren Kosten also wieder unter dem Höchstsatz lägen. (Kammergericht Berlin, Urteil vom 19.09.2005 – 10 U 24/01 – ) Im Hinblick auf die gem. § 66 HOAI gebotene getrennte Berechnung einzelner Tragwerke kommt auch eine wirksame freie Vereinbarung gem. §§ 65 Abs. 2, 16 Abs.2 und 3 HOAI nicht in Betracht.