Für den raumbildenden Ausbau, also die innere Gestaltung oder auch Herstellung von Räumen ohne wesentlichen Eingriff in den Bestand oder die Konstruktion des Gebäudes können Sie, wenn Ihnen auch die Grundleistungen nach § 15 HOAI übertragen sind, ein besonderes Honorar nicht berechnen (§ 25 (1) HOAI) . Das kann auch nicht durch Aufsplitten des Auftrages umgangen werden, in dem etwa ein Mitglied einer Architekten- u. Ingenieurgesellschaft, das nebenher noch ein eigenes Büro für Innnenarchitektur betreibt, den raumbildenden ausbau übertragen bekommt.

OLG Schleswig, Urteil vom 17.02.2000 – 5 U 47/98;

Erdert die Maßnahme allerdings das Brechen tragender Wände und das Einlegen von Unterzügen oder beim Dachausbau zur Lastableitung das Einziehen eines Wechsels, liegt ein Eingriff in Substanz und Konstruktion des Gebäudes vor, und es ist nicht mehr nur raumbildender Ausbau, sondern um Umbau  (§ 24 HOAI).

Sie können den raumbildende Ausbau nach § 25 (1) HOAI bei der Berechnung Ihres Honorars bei den anrechenbaren Kosten, bei der Honorarzone oder bei den Von-Bis-Sätzen zur Geltung bringen.

Wird der raumbildende Ausbau nicht im Zusammenhang mit einem Neu-, Um- oder Erweiterungsbau, also separat, in Auftrag gegeben, ist ein Honorar in Gestalt einer Erhöhung der Vomhundersätze schriftlich zu vereinbaren. Sie brauchen aber kein Honorar zu vereinbaren; ab durchschnittlichem Schwierigkeitsgrad gilt ein Zuschlag von 25 vom Hundert als vereinbart (§ 25 (2) HOAI).

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