Legt der Auftraggeber der Leistungsbeschreibung ein Bodengutachten bei, so stellt sich die Frage, welche Bedeutung dies hat. Es kommt auf den Einzelfall an, welche Erklärungen damit verbunden sind. Der Auftraggeber wird in aller Regel mit der Beifügung des Bodengutachtens bestimmte Erklärungen verbinden, z.B. nehmen die Leistungsbeschriebe in den Leistungpositionen auf die Feststellungen des Bodengutachtens Bezug und verlangen dessen Beachtung . In solchen Fällen ist der Unternehmer durch sein Angebot an die Beachtung des Bodengutachtens gebunden, ausführungsmäßig und vergütungsmäßig. Er muss die Leistungen so ausführen, wie sie sich unmittelbar oder mittelbar aus dem Bodengutachten ergeben. Vergütungsmäßig sind alle Leistungsbestandteile durch den Einheitspreis abgegolten, deren Notwendigkeit nach den Vorgaben des Bodengutachtens erkennbar war. Das Bodengutachten übernimmt die Funktion eines Teiles der Leistungsbeschreibung . Ergeben sich von dem Bodengutachten abweichende Baugrundverhältnisse und ordnet der Auftraggeber Ausführung an, so liegt darin ein Änderung des Bauentwurfs (§ 2 Nr. 5 VOB/B), die nach den Umständen des Einzelfalles zu einem Anspruch auf geändere Vergütung führen kann. (BGH, Urteil v. 20.08.2009 – VII ZR 205/07) Rechtsanwalt JR Dr. H. Ruland – Fachanwalt für Bau- u. Architektenrecht