Auch ohne Fragen des Kaufinteressenten müssen Sie Feuchtigkeit in den Kellerwänden offenbaren, weil sie für die eventuelle Kaufentscheidung von maßgeblicher Bedeutung ist. Sie brauchen nur dann nichts zu sagen, wenn die feuchten Wände für den Käufer ohne Weiteres zugänglich und die Feuchtigkeit ohne Weiteres erkennbar sind. Vorsicht bei Sanierungsarbeiten! Wenn Sie Kellerwände verputzen und streichen, geben Sie damit zu erkennen, dass die Wände trocken seien, denn auf feuchte Wände bringt vernünftigerweise niemand Verputz auf. Wird dann aber in der Wand überdurchschnittliche Feuchtigkeit gemessen, haben Sie den Verdacht gegen Sich, dass Sie die Feuchtigkeit kaschiert hätten, den Sie nur schwer entkräften können. Bei älteren Gebäuden mit Bruchstein oder Sandsteinmauerwerk ohne heutige Mauerwerksisolierung brauchen Sie zur Feuchtigkeit keine Erklärungen abzugeben. Das Mauerwerk hat zwangsläufig Erdfeuchte, auch wenn es im Sommer oberflächlich trocken erscheint. Probleme bekommen Sie erst, wenn Sie ein solches Mauerwerk für die Verkaufspräsentation gefällig verputzen und streichen lassen. Saarl. Oberlandesgericht Urteil v. 05.08.2008 – 4 U 90/08 – RA Justizrat Dr. H. Ruland – Fachanwalt für Bau und Architektenrecht