Sie sind Bauunternehmer. Sie errichten für einen Kunden dessen Wohnhaus. An die Baustelle werden Material und Teile geliefert, z. B. Fenster. Einbau durch Sie. Die Fenster sind mangelhaft. – Achtung! Kaufvertrag! und zwar auch dann, wenn Hersteller die Fenster gerade für diesen Bau nach örtlichem Aufmaß hergestellt hat, und sie anderswo nicht verwendbar sind. Nacherfüllungsansprüche haben Sie nur, wenn sie ihrer kaufmännischen Untersuchungs- und Rügepflicht nachgekommen sind (§§ 381 (2), 377 Handelsgesetzbuch). Maßgeblicher Zeitpunkt: Anlieferung! Abnahme gibt es beim Kaufvertrag nicht. Soweit die Mängel feststellbar gewesen wären, haben Sie keine Ansprüche, wenn Sie die Prüfung unterlassen haben. Sie können nur geltend machen, dass die Mängel bei zumutbarem Prüfungsaufwand nicht feststellbar gewesen seien. Sonst müssen Sie zahlen und können sich nicht auf fehlende Abnahme berufen. Das Problem umgehen Sie, wenn Sie nicht nur Herstellung und Lieferung, sondern auch Einbau vereinbaren. Dann gilt nicht Kauf-, sondern Werkvertragsrecht, und Sie können die Abnahmefähigkeit nach Einbau prüfen. Tel.: 0681 /926060) Rechtsanwalt JR Dr. H. Ruland – Fachanwalt für Bau- und Architketenrecht –