Sie dern einen Handwerker zur Mängelbeseitigung auf. Der lehnt ab: das sei mit zu hohen Kosten verbunden und nicht zumutbar. Er bietet eine Minderung seines Werklohnes an. Sie wollen den Mangelbeseitigt haben – Der Unternehmer kann die Mängelbeseitigung nur dann verweigern, wenn der Mangel nicht die Funktion des Werkes beeinträchtigt. Beeinträchtigt der Mangel die Funktion des Werkes, muss der Mangel beseitigt werden. Liegt eine Funktionsbeeinträchtigung nicht vor, kann Nachbesserung dann abgelehnt werden, wenn der Besteller nicht ein beachtenswertes Interesse an der Beseitigung des Mngels hat, und die Beseitigung des Mangels einen unangemessenen Aufwand bedeuten würde. Eine beachtenswertes Interesse an der diesbezüglichen Mangelfreiheit kann darin gegeben sein, dass der Besteller sich die Eigenschaft de Werkes, deren Fehler der Mangel ist, bei der Vertragsverhandlung hat zusichern lassen. Im Beispielsfall hatte sich der Bauherr die vollflächige Verklebung der Abdichtung auf der Betondecke zusichern lassen und einen Sachverständigen mit der Überwachung der Verklebung beauftragt. Trotzdem war eine vollflächige Verklebung nicht hergestellt. Der Unternehmer hatte Minderung in Höhe von 10.000,00 € angeboten. Das Oberlandesgericht Nürnberg hat dem Bauherrn Recht gegeben und den Unternehmer nur Zug um Zug gegen die Mängelbeseitigung, die nicht anders als durch Neuherstellung zu beseitigen war, zur Zahlung verurteilt. OLG Nürnberg, Urteil vom 30.11.2000 – 2 U 1462/00; BGH, Beschluss vom 16.08.2001 – VII ZR 15/01 (Revision nicht angenommen) Wenn Sie hierzu Fragen haben, rufen Sie uns einfach an (0681/926060)   Rechtsanwalt Justuzrat Dr. H. Ruland