Haften der Werkleistung Mängel an, kann der Bauherr, statt vom Vertrag zurückzutreten, die Vergütung durch Erklärung gegnüber dem Unternehmer mindern. Minderung im Sinne des Werkvertragsrechts (§ 638 BGB) bedeutet die Verringerung des Werklohnes um einen der Bedeutung des Mangels entsprechenden Betrag. Das ist interessensgerechter als ein Rücktritt, den der Bauherr in der Regel gar nicht will, da das Werk ja meistens fertigestellt und teilweise auch bezahlt ist. –  Aber Vorsicht! Sie können nicht ohne Weiteres mindern. Zunächst müssen Sie dem Unternehmer Gelegenheit geben, das Werk vertragsgemäß herzustellen, also den Mangel zu beseitigen. Minderung ist ein sog. einseitiges Gestaltungsrecht. Sie wird wirksam mit Zugang Ihrer Erklärung. Wenn sie vor Abnahme Minderung erklären, können Sie sich nicht mehr darauf berufen, dass Sie ja noch gar keine Abnahme erklärt hätten. OLG Düsseldorf, Urteil vom 18.02.2015 – 21 U 220/13 (nicht rechtskräftig). Wenn Sie es genauer wissen wollen, wählen Sie 0681/926060

 

RA JR Dr. Herbert Ruland Fachanwalt f. Bau- u. Architektenrecht