Nehmen wir an, Sie werden 10 Jahre nach Übergabe des Hauses vom Auftraggeber wegen Rissen in den Fliesenbelägen in Anspruch genommen: die Risse sind darauf  zurückzuführen, daß die Randfugen mit Mörtel ausgefüllt waren, was nach Anbringung der Sockelfliesen nicht mehr feststellbar war. Sie machen Verjährung geltend. Ihr Auftraggeber wendet ein, Sie könnten sich auf Verjährung nicht berufen, weil Sie verpflichtet gewesen seien, ihn bei Übergabe auf den Mangel hinzuweisen. Sie verweisen auf Ihren Bauleier, der den Mangel nicht fesgestellt hat.

Als Bauunternehmer  sind Sie verpflichtet, bei der Abnahme den Auftraggeber auf solche Mängel hinzuweisen, deren Kentnis für seine Entscheidung, ob er das Werk abnehmen will, von Bedeutung sind (schwerwiegende Mängel). Das gilt auch bezüglich der Mängel der Leistungen Ihrer Subunternehmer. Sie können Sich nicht darauf berufen, daß Sie einen Bauleiter eingesetzt hatten. Das gilt jedenfalls dann, wenn auch bei ordnungsgemäßer Wahrnehmung der Bauleitung die Mängel nicht hätten entdeckt werden können. Bei solchen Mängeln ist der Einsatz eines Bauleiters kein taugliches Mittel, mit welchem der Bauunternehmer seiner Mängeloffenbarungspflicht nachkommenn kann

(BGH, Urteil vom 12.10.2006 – VII ZR 272/05 – )

Wer mit Subunternehmer arbeitet, lebt gefährlich. Der Subunternehmer ist ein erhebliches Risiko. Es geht aber nicht ohne ihn.

Das Problem ist lösbar. Sie müssen der Bauleitung genaue Anweisungen geben, in welchem Umfang und bei welchen Leistungsständen die Leistung des Subunternehmers zu kontrollieren ist.  Diese Kontrollen müssen sorgfältig dokumentiert werden!