Sie haben eine Gewährleistungsbürgschaft. Wann verjährt denn Ihr Bürgschaftsanspruch gegen die Bank? in der Regelverjährungsfrist von drei Jahren (§ 195 BGB); die beginnt mit dem Schluß des Kalenderjahres (§ 199 BGB).

Wann die Verjährungsfrist für den Anspruch aus der Bürgschaft beginnt, hat der Bundesgerichtshof noch nicht entschieden; nach herrschender Meinung, sobald der verbürgte Anspruch gegen den Hauptschuldner entsteht.

Natürlich wollen Sie von der Bank keine Mängelbeseitigung, sondern Zahlung, also kommt es darauf an, wann Sie einen auf Zahlung gerichteten Anspruch gegen den Unternehmer haben; in der Regel erst dann, wenn Sie ihn unter Fristsetzung zu Nacherfüllung bzw. Mängelbeseitigung aufgedert haben und die Frist abgelaufen ist. Nun können Sie von ihm wegen der Mängel an Ihrem Haus Schadensersatz durch Zahlung einer Geldsumme verlangen. so daß ab Schluß des Kalenderjahres die Verjährungsfrist für die Bürgschaft läuft und mit Ablauf des dritten Jahres endet.

Im Klartext: Die Forderung aus der Bürgschaft gegen die Bank verjährt gleichzeitig mit der Schadensersatzanspruch gegen den Unternehmer. Notieren Sie sich also die Frist und sagen Sie vor allem Ihrem Anwalt, er soll sie ieren, aber Achtung! Falle! – Wenn Ihr Anwalt die Bank verklagt, verjährt die Hauptderung munter weiter, und wenn sie verjährt ist, kann die Bank sich darauf berufen und ist frei (§ 768 (1) BGB) und Ihr Prozeß verloren. Die Forderung gegen die Bank aus der Bürgschaft kann also nur dann erfolgreich durchgesetzt werden, wenn gleichzeitig die Forderung gegen den Unternehmer vor der Verjährung bewahrt worden ist; z. B. durch Vereinbarung, durch Mahnbescheid, Klage oder, wenn der Unternehmer pleite ist, durch Anmeldung zur Insolvenztabelle (§ 204 BGB).

Versäumen Sie nicht, Ihren Anwalt auf diese Zusammenhänge ausdrücklich hinzuweisen!

(OLG Düsseldorf, Urteil vom 30.06.2005 – 10 U 28/05 (NJW-RR 2005, 1495)