Bauteile und Materialien, die Sie an die Baustelle liefern lassen, müssen Sie mit der Sorgfalt eines ordentlichen Kaufmannes prüfen.

Ob es sich um Fenster, Türen oder um Widerlager beim Brückenbau handelt, immer liegt ein sog. Werklieferungsvertrag vor;  es gilt Kaufrecht (§§ 651, 437ff. BGB), und wenn auf beiden Seiten Kaufleute stehen, das Recht des Handelskaufs (§§ 343, 373 HGB) mit der

kaufmännischen Untersuchungs- und Rügepflicht (§ 377 HGB)

Danach müssen Sie die Lieferung unverzüglich untersuchen und, wenn sich ein Mangel zeigt, dem Verkäufer unverzüglich Anzeige machen.

Was müssen Sie prüfen? – auf jeden Fall  bei Einzelfertigungen (Türen, Fensterelemente, Fensterbänke, Stufen und Betonfertigteile), Maß- und Passgenauigkeitdie, Oberflächenbeschaffenheit,  fehlerfreie, lückenlose Beschichtungen und Farbanstriche. Stichproben genügen, Protokollierung empfiehlt sich.

So konnte ein Bauunternehmer nicht mehr rügen, daß der Farbanstrich von einhundert nach Maß gefertigter Türen für eine Wohnanlage sich bei der Reinigung mit einem normalen Haushaltsreiniger löste. Das Oberlandesgericht Nürnberg war der Meinung, dieses hätte sich bei der gebotenen Prüfung durch einfaches Reiben mit einem feuchten Tuch feststellen lassen.

(OLG Nürnberg, Urteil vom 11.10.2005 – 9 U 804/05 -)

Das Problem läßt sich allerdings denkbar einfach lösen: Verzichten Sie auf die Montage! Vereinbaren Sie nicht nur Lieferung, sondern auch Montage! Dann liegt Werkvertrag vor, und es gilt nicht die kaufmännische Prüfungs- und Rügepflicht, sondern die werkvertragliche Prüfung im Rahmen der Abnahme und die Gewährleistung des Subunternehmers.