Wenn Ihr Nachbar einen Turmdrehkran einsetzen will, muß er den Standort so wählen, daß Ihre Eigentumsrechte nicht beeinträchtigt werden. Stellt er den Kran so nahe an die Grenze, dass der Ausleger in den Luftraum über Ihrem Grunstück einschwenkt, muss er dazu zuvor bei Ihnen die Erlaubnis einholen.

OLG Karlsruhe, Urteil vom 11.12.1991 – 6 U 121/91; NJW-RR 1993, 91

Er darf also nicht ohne weiteres mit dem Ausleger über Ihr Grundstück kommen Das Eigentüm an einem Grundstücks beschränkt sich nicht nur auf die Fläche, sondern auch auf den Erdkörper daunter und den Raum über der Grundstücksfläche; bis zu welcher Höhe, ist gesetzlich nicht geregelt, aber jedenfalls bis zur Höhe der Inanspruchnahme durch einen Kran. Sie haben also auch über Ihrem Grundstück die “ Lufthoheit“.

Auch hier gilt allerdings der Rechtsgedanke, der in dem sog. Hammerschlags- u. Leiterrecht (s. dort) seine Ausprägung gefunden hat. Der Nachbar kann ebenso wenig einfach mit einem Turmdrehkran Materialien und Bauteile über Ihr Grundstück transportieren, wie er diese mit einem LKW darüber fahren könnte. Wie dieses nur zuässig ist, wenn die Arbeiten anders nicht zweckmäßig auszuführen sind, und die Nachteile für Sie nicht außer Verhältnis zu den Vorteilen des Nachbarn stehen,, kann dieser auch mit einem Turmdrehkran nur unter diesen Voraussetzungen über Ihr Grunstück schwenken,

Dies vorausgesetzt, dürfen Sie die Benutzung Ihres Luftraumes nicht willkürlich versagen, sonst riskieren Sie, auf seinen Antrag mit Kostenfolge verurteilt zu werden. Lassen Sie sich aber in jedem Fall die Baugenehmigung zeigen; bei nicht genehmigten Arbeiten läuft nichts.