Bringt der Nachbar an seinem Haus eine auf Ihr Grundstück gerichtete Videokamera an, durch deren Bildwinkel und Reichweite die Möglichkeit einer ständigen Überwachung Ihres Grundstückes geschaffen wird, begründet allein schon diese Möglichkeit die Gefahr einer Videoüberwachung. Sie können gegen den Nachbarn eine sog. vorbeugende Unterlassungsklage mit dem Antrag erheben, daß ihm die Benutzung der Überwachungskamera untersagt werde. Sie brauchen dabei nicht zu behaupten, daß es bereits zu Fällen einer rechtswidrigen Videoaufzeichnung gekommen sei. (OLG Köln, Beschluss vom 30.10.2008 – 21 U 22/08 -) Übrigens: Ein solches Verhalten des Nachbarn kann unter Umständen auch als Stalking (§238 StGB) und als Verletzung des höchstpersönlichen Lebensbereiches durch Bildaufnahmen (§ 201 a StGB) strafbar sein.