Dass ein Gebäude so errichtet wird, dass es zu einem Teil nicht ohne einen Zugang über ein Nachbargrundstück genutzt werden kann, schließt den Anspruch auf Einräumung eines Notwegrechts nicht wendig aus.
BGH, Urteil vom 07.07.2006 – V ZR 159/05

Der Bundesgeichtshof schließt ein Notwegerecht für den Fall, dass das Gebäude auf dem Nachbargrundstück so geplant worden ist, daß es nur bei Einrichtung eines Notweges über das angrenzend Grundstück eine Verbindung mit einem öffentlichen Weg zu erreichen ist, nicht von vornherein aus. Dazu muß ein willkürliches Verhalten und ein Mangel an gebotener Rücksichtsnahme auf die Nachbarinteressen gegeben sein. Das ist bei einem Bau auf der Grundlage einer bestandkräftigen Baugenehmigung in der Regel nicht Fall, auch dann nicht, wenn die Genehmigung wegen der mangelnden Verbindung mit einem öffentlichen Wege nicht hätte erteilt weden dürfen.

Im entschiedenen Fall waren aber die Grundstücke gleichzeitig und gemeinschaftlich bebaut worden; erst später waren getrennte Grundstücke daraus entstanden.

In jedem Fall empfiehlt es sich, möglichst noch vor Beginn der Bauarbeiten in die Baugenehmigung des Nachbarn Einblick zu nehmen und zu prüfen, ob eigene nachbarlich geschützte Rechte verletzt werden.