Sie führen Bitumenschweißarbeiten auf einem Flachdach aus. Kurze Zeit danach, bricht in dem Bereich,
wo Sie gearbeitet haben, aus der Dachfläche Feuer aus. Nach den Regeln des Anscheinsbeweises wird
wird  davon auszugehen sein, dass diese Arbeiten die Ursache der Brandenstehung waren und Sie für den
Schaden verantwortlich sind. Ihre Haftung können Sie nur dann abwenden, wenn es Ihnen gelingt, nachzuweisen,
dass der Brand die Folge eines anderen für eine Brandentstehung typischen Geschehensablaufes gewesen sein
könnte. Gleichzeitige Zimmererarbeiten zählen dazu nicht, solange dabei nicht geschweißt und geflext wird.

Der Anscheinsbeweis kann auch dann noch gegen Sie sprechen, wenn der Brand erst in der Nacht nach
den Schweißarbeiten ausgebrochen ist.

Vor Beginn solcher Arbeiten müssen Sie die Dachfläche und den Dachaufbau, falls durch Öffnung,
auf die Beschaffenheit und Entflammbarkeit untersuchen und alle Vorkehrungen gegen die Entstehung
eines Brandes treffen. Insbesondere müssen die Brandverhütungsvorschriften vollständig beachtet sein.

Unsere Kanzlei war mit dem Brand des sog. „Hochwalddomes“ in Nonnweiler befasst. Dort waren nach
Fertigstellung aller Arbeiten auf Anweisung des Prüfstatikers noch einige Eisen angeschweißt worden
Die Arbeiten waren nachmittags abgeschlossen. Abends gegen 22:00 Uhr sind aus der Glockenstube
die Flammen geschlagen.

 

Rechtsanwalt JR Dr. H. Ruland