Viele Versicherungen gehen bei Unfallregulierungen, bei denen ein Radfahrer verletzt worden ist, davon aus, dass diesem ein Mitverschulden vorzuwerfen ist, wenn er keinen Helm getragen hat.

Nach der Meinung des Saarländischen Oberlandesgerichtes ist die Tatsache, dass der Radfahrer keinen Schutzhelm getragen hat, kein Grund, ihm ein Mitverschulden vorzuwerfen.

Der Vorwurf des Mitverschuldens gemäss § 254 BGB kann erst dann erhoben werden, wenn der Radfahrer sich als Radsportler besonderen Risiken aussetzt oder wenn ein gesteigertes Gefahrenpotential in seiner persönlichen Disposition besteht.

Saarländisches Oberlandesgericht, Urteil vom 19.10.2007 – Az.: 4 U 80/ 07;