Internetsurfen am Arbeitsplatz ohne Wissen und Zustimmung des Arbeitgebers kostet im Zweifel den Arbeitsplatz; insbesondere dann, wenn es ausdrücklich verboten wurde, und der Arbeitgeber hierüber und die Rechtsfolgen der Kündigung belehrt hat. Auch langjährige Beschäftigung schützt nicht vor dem Rausschmiß. In gleicher Weise unzulässig sind das Downloaden eigener Daten und Softwareprogramme; geradezu verheerend, wenn die private Nutzung auch noch durch Anonymisierungsprogramme vertuscht und somit andere Mitarbeiter verdächtigt werden sollen. Auch darauf, daß Ihnen noch einmal eine Chance gegeben wird und es bei einer Abmahnung bleibt, haben Sie in der Regel keinen Anspruch, jedenfalls dann nicht, wenn Sie ausdrücklich oder sogar schriftlich belehrt worden sind.

Als Arbeitgeber empfehlen wir Ihnen, wenn die Verfehlung von Umfang her nicht allzu schwerwiegend war, und eine ausdrückliche Belehrung nicht erfolgt ist, unter Berücksichtigung der Gesamtumstände des Beschäftigungsverhältnisses es zunächst bei einer schriftlichen Abmahnung, die in die Personalakte kommt, zu belassen. In jedem Falle sollte für die nachgewiesene Zeit der virtuellen "Abwesenheit vom Dienst" der entsprechende Gehaltsabzug erfolgen. Auch Schadensersatzansprüche kommen in Betracht, z. B. wegen der Kosten, die wendig waren, um durch Spezialisten die vertragswidrige Internetnutzung nachzuweisen.

(Bundesarbeitsgericht, Urteil vom 07.07.2005 – 2 AZR 581/04 -, Urteil vom 12.01. 2006 – 2 AZR 179/05 – , Urteil vom 27.04. 2006 – 2 AZR 386/05 -, Urteil vom 31. 05.2007 – 2 AZR 200/06 – ).

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