Das Strafbefehlsverfahren ist in den §§ 407 ff. StPO geregelt. Es ist ein „summarisches“Verfahren, dass auf kürzestem Weg die Verhängung von Strafen oder Maßregeln der Besserung und Sicherung ermöglichen soll. Die Beschleunigung des Verfahrens wird durch den Wegfall der Hauptverhandlung erzielt, so bekommt der Beschuldigte manchmal nicht die Gelegenheit einer richterlichen Anhörung. Dies kann Vor- und Nachteile haben. Aus kriminalpolitischer Sicht ist das Strafbefehlsverfahren durchaus sinnvoll, weil es zur schnellen und effizienten Erledigung von Massenkriminalität dient. Die Vereinfachung des Verfahrens soll jedoch nicht auf Kosten der materiellen Verfahrensgerechtigkeit erzielt werden. Es sollen also nur solche Fälle erfaßt werden, die wegen ihrerer Einfachheit ein solches Verahren rechtfertigen, weshalb der EuGHM im Erlass eines Strafbefehls ohne Hauptverhandlung keinen Verstoss gegen den Grundsatz des “ fair Trials“ erkennen konnte. Typische Fälle der Massenkriminalität bei der ein Strafbefehl gemäß §§ 407 ff. in Betracht kommt , sind die einfache Körperverletzung gemäß § 223 StGB, der einfache Diebstahl gemäß § 242 StGB sowie diverse Verkehrsstraftaten. Grundsätzlich können durch einen Strafbefehl nur geringfügige Vergehen bestraft werden, keine Verbrechen . Die Geringfügigkeit richtet sich an der Zuständigkeit des Gerichts ( Amtsgericht als Strafrichter oder Schöffengericht) und an der Höhe der festzusetztenden Rechtsfolge.Gemäß § 407 II StPO dürfen im Höchstmaß nur folgende Rechtsfolgen allein oder nebeneinander verhängt werden: Geldstrafe, Fahrverbot, Entziehung der Fahrerlaubnis und sogar eine Freiheitsstrafe auf Bewährung, wenn der Angeklagte einen Verteidiger hatte. Die Rechtsfolgen eines Strafbefehls können schon ziemlich scharf ausfallen, insbesondere die Geldstrafe, die sich bei einer Gesamtstrafenbildung auf bis zu 720 Tagessätze belaufen kann ,was zu einer zweijährigen Ersatzfreiheitsstrafe führen kann. Im Jugendstrafverfahren ist der Strafbefehl unzulässig dies ergibt sich aus § 79 I JGG. Die Staatsanwalt stellt bei dem zuständigen Amtsgericht den Antrag auf Erlass eines Strafbefehls. Der Richter kann den gestellten Antrag so hinnehmen und den Strafbefehl erlassen, er hat keinen Raum für eine eigene Strafzumessung. Eine Anhörung des Beschuldigten ist nicht erderlich § 407 III StPO. Ist der Richter nicht mit dem erlassenen Strafbefehl einverstanden, kann er ihn ablehnen, eine Hauptverhandlung anberaumen § 408 III 2 oder sich mit der Staatsanwaltschaft auf eine inhaltliche Änderung einigen. Der Beschuldigte hat die gleiche Möglichkeit eine Hauptverhandlung anzustrengen, in dem er zwei Wochen nach Erhalt des Strafbefehls schriftlich oder zu Protokoll der Geschäftsstelle einen Einspruch gegen den Strafbefehl erhebt. So kann er sich gegen die Festsetzungen des Strafbefehls in einer Hauptverhandlung zu Wehr setzten.