Nach Auftragsvergabe stellt sich heraus, dass das Aushubmaterial kontaminiert ist. In der Ausschreibung gab es darauf keine Hinweise. Sie können davon ausgehen, dass der Auftraggeber, wenn Anlass dazu bestanden hätte, auf Kontamination hätte untersuchen lassen. Wenn dazu nichts gesagt ist, können Sie davon ausgehen, dass Sie mit einem belasteten Material nicht zu rechnen brauchen. Es kommt auf den Einzelfall an. Es entscheidet die Vertragsauslegeung. Das Schweigen kann unter Umständen so auszulegen sein, dass der Auftraggeber Untersuchungen durchgeführt und nichts festgestellt hat, oder aber, dass er zwar nicht untersucht hat, aber davon ausgeht, dass eine Kontamination nicht zu befürchten ist. Gestatten die Verhältnissse eine solche Vertragsauslegung, braucht auch der Auftragnehmer nicht mit einer Kontamination zu rechnen und kann wegen der Mehrkosten derKontamination einen Nachtrag stellen. Etwas anderes gilt, wenn die gegebenen Umstände eine Kontamination naheliegend erscheinen lassen (z. B. Indutriebrache, Asphaltflächen u. ä.). Hier muss der Bieter mit einer Schadstoffbelastung rechnen. (BGH, Urteil v. 22.12.2011 – VII ZR 67/11; Urt. v. 21.03.2013, – VII ZR 122/11) Wenn Sie vor einem solchen Problem stehen, rufen Sie uns an! ( 0681/926060)   Rechtsanwalt Justizrat Dr.H .Ruland