Änderungen des Bieters an seinen Eintragungen müssen zweifelsfrei sein (§ 21 Nr. 1 (1) Satz 4 VOB/A). Die Fachaufsicht über die Vergabestellen im Saarland hat uns gegenüber in den letzten Tagen verlautbart, daß Korrekturen in Angebotsleistungsverzeichnissen nur noch dann berücksichtigt würden, wenn sie mit Unterschrift oder Namenszeichen und Datum versehen seien, und so sichergestellt sei, daß sie vom Verfasser des Angebotes stammen und zu gleicher Zeit wie dieses vorgenommen worden seien. Wir halten diesen Standpunkt für nicht zutreffend. Der Eingang der Änderung in die Seitenüberträge und die Angebotsendsumme schließt ein manipulatives Vorhaben aus und beweist, daß die Änderung während der Erstellung des Angebotes und vor seiner Addition und Unterzeichnung erfolgt sein muß. Die Oberste Landesbehörde verkennt das nicht, es geht ihr erkennbar um die Vereinfachung, die Standardisierung und Mechanisierung der Angebotsprüfung. sie will bei ihrem Standpunkt bleiben, obwohl das Schleswig- Holsteinische Oberlandesgericht entschieden hat, daß Änderungen mit Korrekturband, das nicht ohne Beschädigung des Papiers entfernt werden kann, und bei gleicher Handschrift einen Ausschluß rechtfertigen (Beschl. v. 11.08.2006 – 1 Verg 1/06, IBR 2006, 632). Im gegebenen Fall waren bei der Korrektur EP und Positionspreis höher als die zunächst eingesetzten Beträge. Wären die Korrekturbeträge niedriger, würden schon aus diesem Grunde Angebote zwingend von der Wertung ausgeschlossen.