Ergibt sich aus dem Angebot nicht eindeutig und zweifels frei, dass die Spezifikation in allen Punkten der Leistungsbeschreibung entspricht, muss das Angebot zwingend ausgeschlossen werden. Der Inhalt des Angebotes ist nach seinem objektiven Erklärungswert (§§ 133, 157 BGB) zu ermitteln. Unmaßgeblich ist, was der Bieter mit seinem Angebot abweichend von dem festgestellten Erklärungswert tatsächlich gewollt hat, auch dann, wenn die Vergabestelle es auch so verstanden haben sollte. Diese Unklarheit des Angebotes kann auch nicht im Rahmen eines Aufklärungsgespräches nach § 15 VOB/A beseitigt werden. Das Ergebnis eines solchen Gespräches wäre gegebenenfalls eine Änderung des Angebotes im Sinne einer Anpassung an die Leistungsbeschreibung. Das Angebot muss ausgeschlossen werden. Rechtsanwalt JR Dr. Herbert Ruland – Fachanwalt f. Bau- u. Architektenrecht