Wenn in der Ausschreibung dazu aufgedert wird, Skonto anzubieten, wird Ihr Angebot nicht deshalb von der Wertung ausgeschlossen, weil Sie kein Skonto angeboten haben. Ihr Angebot wird geprüft, ob es bei Gleichwertigkeit nicht auch ohne Skonto das preislich Günstigste ist. Aber ebenso ist auch der Auftraggeber nicht verpflichtet, den Skonto zu berücksichtigen. Die Aufderung, Skonto anzubieten, ist ohne weiteres so zu verstehen, daß die Bedingungen der Skontogewährung, insonderheit die Skontofrist, so beschaffen sein müssen, daß der Auftraggeber sie realistischerweise auch erfüllen kann. Eine Skontofrist von nur 14 Tagen kann der Auftraggeber voraussehbar nicht einhalten. Er ist auch nicht verpflichtet, dazu andere Dienstgeschäfte zurückzustellen. Wenn er aus diesem Grunde einem Angebot, das ohne den Skonto günstiger ist, den Vorzug gibt, handelt er nicht pflichtwidrig und ist Ihnen nicht zum Schadensersatz verpflichtet.

Im Prozeßfalle prüft das Gericht auch nur, ob die Entscheidung des Auftraggebers, den Skonto nicht zu berücksichtigen vertretbar war, es prüft nicht, ob sie im Einzelfall tatsächlich richtig und geboten war.

(BGH, Urteil vom 11.03.2008 – X ZR 134/05)

Wenn Sie also schon Skonto gewähren, dann bitte so, daß der Auftraggeber ihn auch wahrnehmen kann;  die Frist sollte also mindestens bis zur Fälligkeit bemessen sein, bei der Abschlagsrechnung also 18 Werktage (§ 16 Nr. 1 (3) VOB/B), bei der Schlußrechnung 2 Monate (§ 16 Nr. 3 (1) VOB/B), jeweils nach Zugang, betragen.

Mit kürzeren Fristen versuchen Sie im Übrigen ja, abweichend von der VOB/B, die Fälligkeit vorzuziehen, was auf eine unzulässige Änderung der Vergabebedingungen hinausläuft und mit Ausschluß Ihres Angebotes geahndet werden könnte (§§ 21 Nr. 1 (3), 25 Nr. 1 (1) b VOB/A).